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Catchball, Koshien, Wa

In Japan ist Baseball kein Sport. Es ist Haltung, Kultur, Gesellschaft. Jetzt schickt Japan das, was es aus dem Spiel gemacht hat, zurück in die Welt.


Armin-Wolf-Arena, Regensburg. Ein Freitag im April, früher Nachmittag. Die Sonne hängt noch hoch über den Tribünen, die Guggenberger Legionäre Regensburg und die Mainz Athletics bereiten sich auf ihr Meisterschaftsspiel in der Deutschen Baseball Liga vor. Batting Practice läuft, in der Nähe des Bullpens wirft jemand Lockerungswürfe. Alles wie immer.

Dann, irgendwo zwischen den beiden Dugouts, passiert etwas, das fast niemand sieht. Und trotzdem alles erklärt.


Kohei Sasagawa von den Guggenberger Legionären geht über das Spielfeld. Auf der anderen Seite kommt Konno Ryuto, Pitcher der Mainz Athletics, aus Richtung des Gästedugouts. Zwei Japaner in Deutschland, zwei Gegner vor dem ersten Pitch. Sie bewegen sich aufeinander zu, bleiben bei etwa drei Metern Abstand stehen.

Kein Wort. Keine Geste der Kumpelei. Kein Schulterklopfen. Beide verbeugen sich. Ruhig, freundlich, respektvoll. Eine Sekunde, vielleicht zwei. Dann drehen sie sich um. Jeder geht zurück in sein Dugout.

Das war’s. Drei Meter Abstand, zwei Verbeugungen, null Worte. Und wer weiß, was er sieht, hat gerade mehr über japanische Baseball-Kultur verstanden als in jedem Regelwerk der NPB zu finden ist. 

Miguel Rojas beschrieb 2025 einen ähnlichen Moment, nur in einem anderen Maßstab. Tokyo Dome, Workout Day vor der MLB-Saisoneröffnung – kein Spiel, nur Batting Practice. 10.500 Zuschauer. Tribünen voll. Rojas schlug den ersten Homer der Session, und der Jubel, der folgte, war nicht kleiner als M ontae später bei der World Series in Toronto – er war anders. Präziser. Informierter. „Diese Aufmerksamkeit fürs Detail, diese vollständige Präsenz“, sagte Rojas danach. „Die interessierten sich nicht groß für das Drumherum. Die haben einfach Baseball geschaut.“


Präzision, Spielverständnis, gute Laune: Kohei Sasagawa stand einst gemeinsam mit Shohei Ohtani auf dem Feld.
Präzision, Spielverständnis, gute Laune: Kohei Sasagawa stand einst gemeinsam mit Shohei Ohtani auf dem Feld.

Baseball in Japan ist Baseball mit Haltung

10.500 Menschen bei einer Batting Practice. In Regensburg sah wahrscheinlich kaum jemand, was Sasagawa und Ryuto da auf dem Spielfeld taten. Kein Publikum, keine Kameras, kein Anlass für eine Performance. Das macht es erst recht zum Statement.

Wer Baseball aus Japan mitbringt, bringt eine Haltung mit. Kein Trick, kein Marketing, kein kultureller Vortrag. Eine Haltung. Eingeübt über Jahre, über Jahrzehnte, über Generationen. Und diese Haltung zeigt sich genau in solchen Momenten: wenn niemand zuschaut und es trotzdem gemacht wird. Weil es so ist. Weil es so sein muss. Im japanischen Baseball (Yakyu) ist „Wa“ weit mehr als nur ein Wort; es ist die zugrunde liegende Philosophie. Es lässt sich am besten mit „Harmonie“ oder „Einheit“ übersetzen. Es stellt Teamgeist vor Individualismus. Es bedeutet Disziplin, Respekt und Opferbereitschaft.


Koshien: Mythos, Fundament und Seele


Wer das wirklich verstehen will, muss über Koshien sprechen.

Das Stadion in Nishinomiya bei Osaka, Heimspielstätte der Hanshin Tigers, ist zweimal im Jahr der Mittelpunkt Japans: bei den landesweiten Oberschulturnieren im Frühjahr und Sommer. Tausende Teams kämpfen in regionalen Qualifikationen um einen der wenigen Plätze im Hauptturnier. Die Finalrunden laufen wochenlang im nationalen Fernsehen – live, täglich, zur Primetime. Sie verdrängen in diesen Wochen alles andere aus den japanischen Sportmedien.


Jeder baseballspielende Jugendliche in Japan träumt von Koshien. Nicht von der NPB, der Profiliga. Nicht von der MLB. Von Koshien. Dieses Turnier ist die Seele des japanischen Baseballs, der Ort, an dem Charakter bewiesen und gesellschaftliche Werte verkörpert werden. Koshien ist der Ort, an dem Doryoku (unermüdliche Anstrengung) und Wa (Harmonie) auf die Spitze getrieben werden. Die Spieler verbeugen sich tief vor dem Spielfeld, bevor sie es betreten oder verlassen. Jede Bewegung ist diszipliniert.

Für einen japanischen Schüler ist der Gewinn des Sommer-Turniers (Natsu no Koshien) oft wertvoller als ein späterer Profivertrag. Während der Finalrunden im August steht das öffentliche Leben teilweise still. In Büros und Restaurants laufen die Fernseher. Es ist eine kollektive Erfahrung, die das Land eint – ähnlich wie die Fußball-WM in Deutschland, nur eben jedes Jahr.



Schüler scheren sich den Kopf kahl – der Boushi – als Zeichen ihrer Bereitschaft, sich dem Kollektiv zu opfern. Sie trainieren vier, fünf Mal pro Woche, schon im Grundschulalter, zwei, drei Stunden pro Einheit. Maja Sori Doval, Sportdozentin an der Tsuda Universität, sagt nüchtern: „Als Europäer würde man sagen, das ist nicht kindgerecht.“ In Japan ist es Normalzustand.

Jeden 15. August unterbricht eine Sirene das Spiel im Koshien-Stadion um die Mittagszeit. Gedenken an die Kapitulation von 1945. Beide Mannschaften beten gemeinsam mit den Zuschauern für den Frieden. Dann geht das Spiel weiter. Baseball und Geschichte, untrennbar verbunden. Nicht als Ritual, das man absolviert. Als Wahrheit, die man lebt.

Gesellschaftliche Bedeutung

Was Sasagawa und Ryuto in Regensburg taten, kommt aus genau diesem System. Aus diesem Stadion. Aus dieser Idee: Respekt vor dem Gegner ist kein Zeichen von Schwäche. Er ist Voraussetzung für das Spiel.

Die Philosophie dahinter ist keine sportliche. Sie ist gesellschaftlich.

Jason Croskey, Baseballexperte der Japan Times, formuliert es so: „Man opfert sich selbst für die Mannschaft, weil keine einzelne Person wichtiger ist als die Gruppe. Und nur in diesem Spiel funktioniert die Gruppe erst dann, wenn jeder sein individuelles Ding richtig macht.“ Der Sacrifice Bunt – das freiwillige Opfer des eigenen At-Bats für den Teamkollegen – ist in Amerika eine taktische Option. In Japan ist er eine Aussage über die eigene Identität.

Sportpsychologe Tsutomu Fuse zieht die direkte Linie: „Jeder Spieler soll seine Position finden als Charakter, aber das ist eine Rolle in der Mannschaft – wie ein Schauspieler auf der Bühne hat dort jeder seinen Platz.“ Dahinter steckt eine gesellschaftliche Logik, die weit über den Sport hinausgeht. Japanische Soziologen sehen Baseball als Spiegel der hierarchisch geprägten Gesellschaft – ein Spiel, das Duelle zulässt, aber immer im Rahmen der Gruppe. Der Pitcher gegen den Batter: Samurai-Kultur in moderner Form. Beide Seiten nennen ihren Namen und stellen sich vor. Dann beginnt der faire Kampf. Das japanische Nationalteam nennt sich Samurai Japan. Kein Zufall.


Codes und Rituale

Und dann ist da die Höflichkeit. In Japan entschuldigt sich ein Spieler, wenn er beim Rutschen in eine Base den Gegner zu hart getroffen hat. Er lüftet die Mütze. Verbeugt sich. Kaugummi kauen während des Spiels? Unvorstellbar. Es sind diese kleinen Gesten, die US-Spieler beim Wechsel nach Japan zuerst erlernen müssen – und die japanische Spieler mit nach Amerika bringen, sichtbar, ob man die Codes kennt oder nicht.

In Regensburg, auf einem Spielfeld in Bayern, bringen zwei von ihnen dieselben Codes nach Deutschland. Hier kommt Shohei Ohtani ins Spiel. Nicht weil er in Regensburg ist. Sondern weil er erklärt, warum dieser Moment in Regensburg möglich ist. Und weil er mit einem der beiden Männer auf diesem Feld verbunden ist.

Kohei Sasagawa hat in Japans U18-Nationalmannschaft mit Shohei Ohtani gespielt. Sie sind gleich alt, trugen dasselbe Trikot. Ohtani wurde danach das größte Phänomen, das Baseball je gesehen hat. Sasagawa spielte seinen Weg durch das japanische System und steht heute in Regensburg. Zwei Männer, ein Jahrgang, zwei völlig verschiedene Karrieren. Und doch dieselbe Schule. Dieselbe Haltung. Dieselbe Verbeugung.

Jason Sterman, Regisseur des Dokumentarfilms Homecoming: The Tokyo Series über die MLB-Saisonseröffnung 2025 in Tokio, beobachtete Ohtani beim Aufwärmen. „Jedes Mal, wenn er zur Platte kommt, hat er sein kleines Ritual. Er tippt dem gegnerischen Manager den Helm. Schon das Kleinste daran fühlte sich wie eine kaum merkliche Abweichung an – von der Art, wie andere dieses Spiel spielen.“ Sterman fragte sich: Wo kommt das her?

Die Antwort führt zu Koshien. Zu einer 81-jährigen Großmutter in Osaka, die eine Jugend-Liga leitet und den Kindern beibringt, den Familiennamen nicht zu beschämen. Zu einem Handwerksbetrieb, der Baseballschläger baut wie andere Instrumente bauen – mit der Präzision und dem Respekt, die handwerkliche Tradition verlangt. „Das sind Menschen, die Baseball täglich leben“, sagt Sterman. „Sie haben einen ganz eigenen Blick darauf, was dieser Sport für sie bedeutet – und was er für ihr Land bedeutet.“

Ohtani ist auch deshalb so bedeutend, weil er nicht einfach ein sehr guter Spieler ist. Er ist der Beweis dafür, wohin das japanische System führen kann: Pitcher und Hitter zugleich, eine Kombination, die die moderne Ära für unmöglich hielt. Und er trägt all das mit einer Demut, die direkt aus Koshien stammt – aus tausenden Stunden Training, aus dem kollektiven Ethos, aus dem Helm-Tippen vor der At-Bat.

LA Dodgers Pitcher und MLB Superstar Shohei Ohtani (Gregory Bull / Associated Press)
LA Dodgers Pitcher und MLB Superstar Shohei Ohtani (Gregory Bull / Associated Press)

Und er macht etwas, das weit über seinen eigenen Erfolg hinausgeht: Er macht sichtbar, was vorher unsichtbar war. Warren Cromartie, ehemaliger MLB-Spieler und später Star der Yomiuri Giants, sagt, Ohtani habe „die Türen der Kommunikation geöffnet.“ Familien aus Japan buchen Urlaube nach Los Angeles, um einen Dodgers-Abend zu erleben. Familien aus LA fliegen nach Tokyo, weil Ohtani dort auf jeder Straßenecke ist, in jedem Laden, auf jeder Flasche Grüntee.


Das ist der Kontext, in dem Sasagawa und Ryuto in Deutschland spielen. Nicht im Vakuum. Sondern als Teil einer langen, globalen Bewegung, die begann, als Japan Baseball übernahm – und daraus etwas machte, das Amerika nicht mehr allein gehört.


Mit Murakami fing alles an


Masanori Murakami hat das alles erlebt, lange bevor es jemand dokumentierte. 1964 wurde er der erste japanische MLB-Spieler – 20 Jahre alt, von den Nankai Hawks zu den San Francisco Giants, zunächst für drei Monate zu Trainingszwecken. Aus drei Monaten wurde eine Karriere. Er spielte an der Seite von Willie Mays und Juan Marichal. Dann beanspruchten die Hawks seine Rechte zurück. MLB und Japan gerieten in einen diplomatischen Konflikt. Murakami kehrte zurück – und für 30 Jahre kam kein weiterer japanischer Spieler in die Major Leagues. Bis Hideo Nomo 1995 eine Vertragslücke nutzte und bei den Dodgers unterschrieb.


Yuriko Gamo Romer, die einen Dokumentarfilm über die 150-jährige Beziehung zwischen Japan und Amerika durch Baseball gedreht hat, versteht das als entscheidenden Wendepunkt: Ohne den Streit um Murakami gibt es keine Regeln auf Papier zwischen den beiden Baseballwelten. Ohne diese Regeln gibt es keine Lücke für Nomo. Ohne Nomo keinen Ichiro. Ohne Ichiro keinen Ohtani.


Geschichte als Staffellauf. Jede Epoche baut auf der vorherigen auf. Und der Staffellauf geht weiter. Und trägt erneut den Namen Murakami.


Munetaka Murakami ist 25 Jahre alt und seit dem 26. März 2026 MLB-Spieler bei den Chicago White Sox. Im Dezember 2025 unterschrieb er einen Zweijahresvertrag über 34 Millionen Dollar. Einer der aufsehenerregendsten Wechsel des Winters, obwohl die White Sox in den vergangenen Jahr zu den schwächsten Teams der Liga gehörten.  In Japan war Murakami längst Legende: mehrfacher Central-League-MVP, 2022 mit 56 Home Runs der erste japanische Spieler, der den Single-Season-Rekord der NPB aufstellte. Der Wechsel in die Majors war keine Frage des Ob, sondern des Wann.


Was danach folgte, war historisch. Munetaka Murakami traf in jedem seiner ersten drei Karrierespiele einen Home Run – als erster Spieler in der Geschichte der White Sox und erst als vierter in der gesamten Geschichte der MLB. Anfang Mai 2026 führt er die Liga mit 13, 14 Home Runs an. Die erwartete hohe Strikeout-Rate ist da. Die Power auch. Beides gehört dazu.



Murakami und Murakami, Baseball, Japan. Gibt es da eine Verbindung? Die Antwort ist simpel. Masanori Murakami und Munetaka Murakami sind nicht miteinander verwandt. Sie teilen sich lediglich einen der häufigsten Nachnamen Japans und einen Platz in der Baseball-Geschichte. Der eine öffnete 1964 die Tür. Der andere tritt 2026 hindurch. Dass beide denselben Namen tragen, ist Zufall. Dass beide denselben Weg gegangen sind, ist Konsequenz. 


Der Sport schlechthin

Aber was macht Baseball in Japan so anders? Was trägt es in sich, das andere Sportkulturen nicht haben? Kaz Nagatsuka, Leiter der Sportredaktion der Japan Times, beschrieb die Leere in den Stadien der Corona-Saison 2020 so: „Da sind normalerweise viele Leute, die schreien und trompeten und trommeln. "Die Lücke ist riesig, weil Baseball in Japan der Sport schlechthin ist.“ 


Nicht ein Sport. Der Sport. Täglich im Fernsehen. Täglich in den Parks, wo Väter mit ihren Söhnen Catchball spielen – so nennen die Japaner das einfache Werfen und Fangen, das in Amerika Playing Catch heißt. Eine meditative Übertragung von Technik und Werten, Generation zu Generation, ohne Liga, ohne Trainer, ohne Koshien.


Catchball. Das Wort klingt fast zärtlich. Als wäre das Werfen und Fangen nicht nur eine Übung, sondern ein Gespräch. Ein Gespräch, das keine Antworten braucht, weil die Frage und die Antwort dasselbe sind.


In den NPB-Stadien gibt es Brass Bands, für jeden Spieler einen eigenen Chant. Erarbeitet, kopiert und vor dem Spiel im Stadion verteilt, falls ein neuer Spieler im Lineup steht. Wenn die Heimfans singen, schweigen die Gästefans. Dann kehrt sich das um. Struktur als Leidenschaft. Ordnung als Energie.


Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was Europa unter Fankultur versteht. Und es ist trotzdem, oder auch genau deswegen, intensiver. Präziser. Vollständiger.

Zurück nach Regensburg. Zurück zu drei Metern Abstand und zwei Verbeugungen. Zwei japanische Spieler in der DBL bedeuten: Zwei Menschen, die das japanische System durchlaufen haben. Koshien, oder zumindest dessen Schatten. Die tausenden Stunden Catchball im Park. Die Kultur des Opferns, des Respektierens, des Präsentseins.

Und die bringen sie mit. In die Kabine. Auf das Spielfeld. In den Moment vor dem Spiel, wenn niemand zuschaut.


Yuriko Gamo Romer fasst zusammen, warum sie ihren Film über Japan und Baseball gemacht hat: „Es ist etwas wirklich Schönes daran, einen Sport zu teilen. Es ist Diplomatie von Mensch zu Mensch. Man bringt die Menschen zweier Länder zusammen, und sie lernen voneinander. Auch wenn es nur ein kleines bisschen ist.“



Zwei Männer. Drei Meter Abstand. Eine Verbeugung. Das ist genau das.

Es gibt einen Satz, der zum Verständnis des japanischen Baseballs mehr beiträgt als jede Regelkunde, jede Statistik, jedes Highlight-Reel. Masanori Murakami war der erste, der den Weg von Japan in die Major Leagues gegangen ist und sechs Jahrzehnte später noch immer über diesen Weg nachdenkt. Er sagte: „Wenn gute Spieler in die Majors gehen, denken viele vielleicht, Japan verliert etwas. Aber wenn diese Spieler gut abschneiden, feuern die Fans sie an. In dem Sinne ist es gut.“ Japan verliert seine Besten und gewinnt durch sie eine weltweite Bühne, die kein Marketing kaufen könnte.

Das gilt nicht nur für die MLB. Es gilt für jeden Ort, an dem japanische Spieler Baseball spielen und mit sich bringen, was sie gelernt haben. In Tokio. In Los Angeles. In Mainz. In Regensburg.

Kultur verändert Sport

Kohei Sasagawa hat einmal neben Shohei Ohtani gestanden. Im Trikot der japanischen U18-Nationalmannschaft, in einem anderen Leben, bevor die Wege auseinander liefen. Ohtani wurde der beste Spieler der Welt. Sasagawa kam nach Regensburg. Die Karrieren verliefen unterschiedlich. Die Haltung blieb dieselbe.

Baseball hat Amerika in Japan gelassen, als Amerika längst nach Hause gegangen war. Japan hat daraus etwas gemacht, das Amerika nicht mehr allein gehört. Und jetzt reist es als Ohtanis Helm-Tippen, als Munetaka Murakamis Home Run im ersten Karrierespiel, als stille Verbeugung auf einem Spielfeld in Bayern – zurück in die Welt.


Auch in die Armin-Wolf-Arena in Regensburg. An einem Freitag im April, vor dem ersten Pitch. Das ist keine Geschichte über Globalisierung. Das ist eine Geschichte darüber, was entsteht, wenn ein Sport eine Kultur so tief trifft, dass die Kultur ihn verändert. Und dann beide zusammen etwas Neues schaffen, das keinem von beiden allein gehört.

Japan hat das verstanden, bevor irgendjemand sonst die Frage stellte.


Sasagawa und Ryuto auch.

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