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El Alemán

Wie Georg Bull in der Dominikanischen Republik lernte, was den deutschen Baseball seit Jahrzehnten antreibt


Er sitzt in einem Pub in Cabarete, ein El Presidente auf dem Tisch, das Internet sporadisch, die Verbindung bricht ab und flackert wieder auf wie ein alter Kurzwellensender. Georg Bull, 62 Jahre, Gründer der Deutschen Baseball Akademie, Headcoach der deutschen U15- und U18-Nationalmannschaft, Hall of Famer, Pionier.  Und die wichtigste Person im deutschen Nachwuchsbaseball.


Mannheim, 1971. Ein kleiner Junge, gerade sieben Jahre alt, schaut zu, wie Puerto-ricanische Jungs auf einem Platz Baseball spielen. Nicht weit vom Rhein, nicht weit von der Innenstadt. Mannheim war damals eine der am stärksten amerikanisch geprägten Städte Deutschlands. US-Militärbasis, internationale Siedlungen, ein Stadtbild, das zwischen Bundesrepublik und Little America pendelte. Hier lebten Puerto-ricanische Familien, die ihre Sportkultur mitgebracht hatten. Hier wurde Baseball gespielt, bevor in Deutschland jemand wusste, wie man das Wort buchstabiert.


Wenn Georg Bull über diese frühen Jahre spricht, klingt es nicht wie Nostalgie – eher wie die präzise Verortung des Augenblicks, in dem ein Leben seine Richtung fand. „Mit dem Flair der Latinos bin ich aufgewachsen", sagt er. „Das war schon als kleiner Junge in Mannheim da."


Mannheim spielte im Sommer Baseball und im Winter Eishockey. Das war keine Entscheidung, das war Stadtidentität. Die gleichen Jungs, die im Winter als Goalkeeper auf dem Eis standen – Bull war einer von ihnen – griffen im Sommer zum Schläger. Beim Eishockey hörte er irgendwann auf. Beim Baseball nie.


George Bull: Fünf Meisterschaften, ein Pionier, ein Kontinent


Als Georg Bull 2015 als 14. Mitglied in die Hall of Fame des Deutschen Baseball und Softball Verbands aufgenommen wurde, fand der damalige DBV-Präsident Mirko Heid Worte, die das Wesentliche auf den Punkt bringen: "Sowohl als herausragender Spieler, als Innovator von Baseballkonzepten aber vor allem aufgrund seiner Arbeit als Nachwuchs-Trainer ist Georg Bull seit fast vier Jahrzehnten eine der treibenden Kräfte im deutschen Baseball." Vier Jahrzehnte. Das ist keine Karriere. Das ist ein Leben.


Es gibt Biografien, die man am Ende liest und denkt: Das ist eine tolle Karriere. Und dann gibt es Biografien wie die von Georg Bull, bei denen schon nach der Hälfte klar ist, dass hier etwas anders läuft.


Als Spieler gewann Bull fünf deutsche Meisterschaften. Mit den Mannheim Amigos 1983 und 1992. Mit den Trier Cardinals 1996. Mit den Untouchables Paderborn 2001 und 2002. Catcher und Third Baseman, physisch, spielintelligent, ein Anführer auf dem Feld. Jahrelang war er Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, nahm an Europameisterschaften teil, gehörte zu den zuverlässigsten Schlägern des Kontinents.


Aber das ist nicht das, was seinen Platz in der Geschichte des deutschen Baseballs definiert.

Was ihn definiert, ist ein Entschluss in den 1980ern. Oder vielleicht war es weniger Entschluss als Instinkt. Bull reiste in die Dominikanische Republik und spielte dort Baseball. In einer unabhängigen Profiliga, unter Bedingungen, die für Europäer damals unvorstellbar waren. Er war der erste Deutsche, der sich in die karibische Baseball-Welt wagte – nicht als Tourist, nicht als Beobachter, sondern als Spieler, der seinen Platz auf dem Feld verdienen musste wie jeder andere auch.


„Ich bin in der Dominikanischen Republik in eine unabhängige Profiliga gefallen", erzählt er bei Base on Balls, dem Innings-Podcast mit Niko Backspin und Julian Pollersbeck, und es ist zu hören, wie er beim Sprechen lächelt. „Und ich habe mich verliebt – genau wie Julian sagt – in die totale Emotionalität."


Er spielte auch in Südafrika. Er war, soweit bekannt, der erste Deutsche überhaupt, der auf beiden Kontinenten professionell Baseball spielte. Er knüpfte Kontakte, baute Brücken, lernte – und brachte das Gelernte zurück nach Deutschland. Nicht als Wissen in einem Buch, sondern als gelebte Überzeugung: Baseball ist anders, wenn man es so spielt, wie die Dominikaner es spielen.


Wie Georg Bull in der Dominikanischen Republik lernte, was den deutschen Baseball seit Jahrzehnten antreibt
Wie Georg Bull in der Dominikanischen Republik lernte, was den deutschen Baseball seit Jahrzehnten antreibt Foto: Rene Thalemann

El sueño de los pobres


Wer Georg Bull verstehen will, muss wissen, was ihn in der Dominikanischen Republik so gepackt hat. Nicht der Sport allein. Sondern das, was er dort bedeutet.


„In Amerika oder Deutschland ist Baseball ein Mittelklasse-Sport", sagt Bull. „Aber in der Dominikanischen Republik ist alles noch extremer als in Venezuela oder Puerto Rico. Und du nennst es El sueño de los pobres – der Traum der Armen."


Das ist keine Metapher. In der Dominikanischen Republik ist Baseball der Weg aus der Armut. Jungs mit echtem Talent beginnen in Akademien, wenn sie elf oder zwölf Jahre alt sind. Sie trainieren, schlafen, leben Baseball – und wenn sie es schaffen, einen Profivertrag zu unterschreiben, zieht die ganze Nachbarschaft mit. Der Erfolg eines einzelnen Spielers ist der Erfolg einer Gemeinschaft. Der Traum eines Kindes ist der Traum der ganzen Straße.

„Wenn du 40 oder 50 Millionen Dollar im Jahr bekommst und die Ausbildung hast, das nicht zu verschwenden, dann funktioniert es", sagt Bull. „Aber diese Menschen sind Helden. In der Dominikanischen Republik und Venezuela ist Baseball die totale Nummer-eins-Sportart. Eigentlich der einzige Sport. Die Reichen spielen Polo und Tennis."

Bull hat diese Welt nicht von außen beobachtet. Er hat in ihr gelebt. Er ist auf die Spielfelder gegangen, hat mit Männern trainiert, die nichts anderes kannten als dieses Spiel, hat verstanden, warum die Energie in einem Stadium in Santo Domingo oder San Pedro de Macorís eine andere ist als in jedem Ballpark in Deutschland. „Ich war oft in den Stadien", erinnert er sich, „in der Quisqueya oder in San Pedro. Ich bin wieder hingegangen und habe deutsche Spieler trainiert."


Einer seiner engsten Weggefährten dort ist Napoleon Calzado – ein Volksheld in der Dominikanischen Republik, früher Profi auf hohem Niveau, heute wieder im Trainergeschäft aktiv, immer noch Softball spielend, weil Softball für viele ehemalige Profis der Ort ist, an dem Baseball wirklich beginnt: als freie Zeit, als Gemeinschaft, als Feier des Spiels jenseits des Kommerzes. „Wenn die Dominikaner oder Latinos keine Profis mehr sind, spielen sie Softball", sagt Bull. „Und da beginnt es wirklich."


Der Latin Way und der Beamten-Baseball


2003 gründete Bull die Deutsche Baseball Akademie – nach Jahren als Spielertrainer in der Bundesliga, für die Berlin Sluggers, die Berlin Bats, die Strausberg Sun Warriors und die Mannheim Tornados, und nach dem Verkauf seiner ersten Gründung, der Baseballworld Strausberg (1994). Er kam mit einer präzisen Diagnose. Und einer klaren Therapie.

Die Diagnose: Deutschland spielte, was er „Beamten-Baseball" nennt. Strukturiert, ordentlich, passiv. Gut genug für die nationale Liga, aber zu weit entfernt von dem, was Baseball eigentlich sein kann. Zu wenig Feuer, zu wenig Instinkt, zu wenig Bereitschaft, das Risiko zu suchen.


Die Therapie: der Latin Way.


Das ist keine Ideologie. Es ist eine Trainingspraxis, eine Haltung, eine Art, das Spiel zu vermitteln. Bull beschreibt es so: „Ich kombiniere verschiedene Techniken. Ich kenne, was funktioniert. Ich habe meinen eigenen Stil. Energie ist mein sechstes Werkzeug, mein mentales Werkzeug." Was er in der Dominikanischen Republik gelernt hat – die Aggressivität, die Spielintelligenz, die Bereitschaft, den Körper bis an seine Grenzen zu treiben –, bringt er nach Deutschland.


Seine Akademie, die DBA, hat Trainingscamps in der Dominikanischen Republik. In Boca Chica, etwa 30 Kilometer östlich von Santo Domingo – einer Baseball-Hochburg, in der mehr als zwanzig MLB-Franchises ihre Dominican Summer League Akademien betreiben. Dazu kommen Independent-Teams aus den umliegenden Stadtteilen, besetzt mit Ex-Profis und solchen, die es noch werden wollen. Genau in einem dieser Independent-Teams hat Bull selbst gespielt. Es sind Felder, auf denen Talent-Scouts der amerikanischen Profiligen permanent unterwegs sind. Boca Chica ist kein Trainingsort. Es ist ein Sprungbrett.

Die Trainings in Bulls Akademie, in der Dominikanischen Republik unter dem Namen „RuizBull Baseball Academy" geführt, sind hart: intensive Drills, Testspiele gegen lokale Konkurrenz, Augenyoga, Atemtechnik, Selbstsuggestion. Baseball als ganzheitliche Ausbildung. Was dabei entsteht, hat Bull einmal so beschrieben: „Die Kraft des Wolfes liegt im Rudel. Wir sind von Tag zu Tag besser geworden und jeden Tag mehr zu einer Einheit verschmolzen, in der jeder für den anderen einsteht und den anderen wieder aufrichtet, wenn es mal nicht so läuft. Unsere körperliche Unterlegenheit haben wir durch mentale Überlegenheit wieder wettgemacht. Mit der Energie in manchen Spielen hätten wir jedes Team in Europa geschlagen."


„Die meisten Profis, die wir jetzt haben, waren monatelang meine Schüler", sagt Bull. „Wir sind verantwortlich für den deutschen Erfolg." Diese Formulierung klingt selbstbewusst – und ist es, zu Recht.



Die Zahlen lügen nicht


Wer die Geschichte des deutschen Jugend-Baseballs der letzten zwanzig Jahre erzählt, kommt immer wieder zu Georg Bull. Das ist keine Übertreibung. Das ist Arithmetik.

Als Headcoach und sportlicher Leiter hat Bull die deutschen Jugendnationalmannschaften zu einer Dominanz geführt, die im deutschen Sport kaum Parallelen kennt. Aber der Weg dorthin war lang – und das macht den ersten Titel umso bedeutsamer. Bevor 2015 das erste EM-Gold kam, hatte Bull mit der U15 bereits eine Silber- und drei Bronzemedaillen bei Europameisterschaften geholt. Viermal fast ganz oben. Viermal der härteste Schritt zurück. Und dann, im fünften Anlauf: der erste Europameistertitel, den je ein deutsches Baseball-Team gewonnen hat. Direkt danach die Weltmeisterschaft – als beste Europäer belegte das Team 2014 den neunten Platz. Im Sommer 2025 folgte der nächste EM-Titel, diesmal in Triest: Nach einem 6:2 im Halbfinale gegen Gastgeber Italien gewann Deutschland das Finale gegen Tschechien mit 12:2. Die Qualifikation für die U15-WM 2026 in Mérida, Mexiko – vom 25. September bis 4. Oktober – ist damit gesichert. In der Vorrunde wartet Gruppe A: Japan (Weltranglisten-Erster und Titelverteidiger), Mexiko, Kuba, die Dominikanische Republik, Südafrika – und Deutschland.


Der DBV-Eintrag in seiner Hall of Fame, in die er 2015 aufgenommen wurde, listet trocken: sieben deutsche Titel als Trainer. Dazu zwei Weltmeisterschaftsteilnahmen – und eben jenes erste EM-Gold, das bis dahin kein deutsches Baseball-Team je gewonnen hatte.

Dahinter steckt ein System. 2010 zeichnete ihn der europäische Trainerfachverband EBCA für sein Lebenswerk aus. Das alles, noch bevor die großen Titel der zweiten Hälfte seiner Karriere kamen. Die Liste der DBA-Alumni liest sich wie ein Kompendium des deutschen Profi-Baseballs: Max Kepler, Nadir Ljatifi, Daniel Thieben . Ziemlich jeder Deutsche, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Profivertrag in Amerika unterschrieben hat, ist irgendwann durch Bulls Schule gegangen.


Im Frühjahr 2025 führte Bull die U18-Nationalmannschaft zum International Baseball Academies Tournament nach Puerto Rico – internationale Spielpraxis gegen karibische Spitzenteams, unter Bedingungen, die kein europäisches Turnier bieten kann. Das Winterball-Format, intensive Camps in der Off-Season, hat er weiter ausgebaut, um die Ausbildungslücke zum US-System Stück für Stück zu schließen. „Wir fliegen nach Puerto Rico, zu den Dominikanern", beschreibt er das Grundprinzip. „Wir werden besser und besser. Das Rezept funktioniert."


Kepler und die Kunst der Entscheidung


Nicht alle Wege führen in die Major League. Das weiß Bull besser als die meisten. Aber manche schon. Max Kepler ist der bekannteste Fall. Der Outfielder, in Berlin aufgewachsen, hat sich als einziger Deutscher über ein Jahrzehnt in der MLB gehalten – zehn Saisons für die Minnesota Twins, 2025 ein Jahr bei den Philadelphia Phillies. Seit Ende jener Saison ist er Free Agent; im Januar 2026 kam eine 80-Spiele-Dopingsperre hinzu, die seine Karriere-Zukunft ungeklärt lässt. Das ändert nichts daran, was Bull für ihn getan hat. "Ich habe ihn zu Hause im Kinderzimmer trainiert", erzählt Bull. Als Kepler davor stand, eine Entscheidung zu treffen, war Bull dabei. „Ich war Trainer der Mannheim Tornados, mein Co-Trainer war Scout für die Cincinnati Reds. Er sprach mich unterwegs an. Er saß neben mir und erzählte mir von Max Kepler aus Berlin."


800.000 Dollar Signing Bonus. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses 2009 der höchste, den je ein Spieler aus Europa erhalten hatte – Kepler war 16 Jahre alt. Er hatte sechzehn Angebote auf dem Tisch, von den Yankees, den Red Sox, den Cubs. Er wählte die Twins. Kepler verbrachte noch einige Monate bei den Legionären in Regensburg, dann ging es nach Florida ins Training. Der Rest ist Geschichte.


Bull bleibt realistisch, was Keplers Geschichte bedeutet – und was nicht. „Nur Max Kepler ist in der Major League geblieben. Viele andere Deutsche haben Profiverträge bekommen. Sie haben es nicht bis in die Major League geschafft, sie spielten in meinen Ligen oder in Australien, Südafrika, für wenig Geld." Die Baseball-Pyramide ist brutal. Für jeden Kepler gibt es Dutzende Talente, die irgendwo auf halber Strecke stecken bleiben – nicht aus Mangel an Talent, sondern weil die Konkurrenz weltweit ist und die Plätze nicht mehr werden.


„Baseball ist ein nationaler Sport in vielen Ländern, wo viele auch gedopt sind", sagt Bull, ohne auszuweichen. „Viele Spieler, die nichts anderes haben, geben alles, um in die Major League zu kommen." Das sind die Realitäten. Bull lebt in ihnen, nicht neben ihnen.

Der nächste auf dem Radar: Yannic Walther, Catcher, Jahrgang 2004, inzwischen im Brewers-System auf dem Weg nach oben. Bull kennt ihn, seit Walther neun Jahre alt war – und durfte erleben, wie er im vergangenen Frühjahr den ersten Homerun im neuen Wilson Ballpark in North Carolina schlug. „Er schrieb Geschichte", sagt Bull. Das sind die Momente, für die man dieses Leben lebt.



Das Buch des Lebens


Georg Bull hat ein Buch geschrieben. Es heißt „MY LIFE... NOT JUST A HOBBY". Der Titel ist Programm. Es ist kein Trainingshandbuch. Es ist kein Ratgeber. Es ist eine Biografie, ein Reisebericht, ein Manifest – alles in einem. Bull beschreibt darin die raue Welt des karibischen Baseballs. Er schreibt über seine Zeit als Nachtclub-Besitzer im Berlin der Nachwendejahre, eine Episode, die er selbst mit entwaffnender Direktheit erzählt: Wie viel Nachtleben-Erfahrung hilft einem Coach, junge Spieler zu führen? Wahrscheinlich mehr, als man denkt. Wer Menschenkenntnis in einem Berliner Club der frühen 90er gelernt hat, weiß, wie man Situationen liest.


Die Kernphilosophie des Buches ist dieselbe wie die der DBA: Baseball ist ein Spiegel des Lebens. Wer auf dem Feld kämpft, lernt, auch außerhalb davon zu bestehen. „Baseball ist das Spiel der Niederlage", sagt Bull. „Du brauchst die Intelligenz zu verstehen, dass es so schwer ist zu verlieren. Du brauchst das Herz, es zu lieben, weil es so schwierig ist." Und dann kommt der Satz, der alles zusammenfasst: „Du brauchst die Cojones, zu wissen, dass du kämpfen musst – denn jeder will deinen Job."


Das ist nicht Motivationsrhetorik. Das ist Baseball-Philosophie auf der Basis von dreißig Jahren gelebter Praxis. Das ist nicht das Setting eines Hall-of-Famers, der sich selbst inszeniert. Das ist das Setting eines Mannes, dem das Gespräch wichtiger ist als die Kulisse.

Georg Bull ist kein Produkt. Er ist keine Brand. Er ist ein Typ, der vor fünfzig Jahren in Mannheim angefangen hat, Baseball zu spielen, weil Puerto-ricanische Jungs auf einem Platz standen und er sich nicht vorstellen konnte, nicht mitzumachen – und der seitdem nie aufgehört hat.


Baseball-Spieler sind Krieger


In Base on Balls beantwortet Bull auch die Frage, ob er an Deutschlands Baseball-Zukunft glaubt. „Ich hatte Anfang der 90er eine bessere Zukunft erwartet, mit Privatfernsehen und so. Es war viel mehr möglich. Aber ich muss sagen, ich hatte Glück, dass ich in der Zeit aktiv war. Die Popularität war von da an rückläufig, aber die Qualität stieg. Und jetzt geht es mit der Popularität auch wieder ein wenig aufwärts."


Er beschreibt Clubs, die über 1000 Zuschauer anziehen. Er beschreibt die Regensburger Anlage, die Spielern eine professionelle Basis gibt. Er beschreibt, was passiert, wenn Paderborn gegen Stuttgart spielt, wenn Regensburg aufläuft. Er sieht die Möglichkeiten, aber er weiß auch, was es braucht: „Wir müssen Geschichten erzählen, was du tust. Es ist so wichtig zurückzukommen – es ist kein Sport für irgendjemanden, sondern für echte Athleten, echte Krieger, echte Guerillas, die Baseball spielen. Denn das sind Baseball-Spieler: Krieger."


Das ist die Essenz von Georg Bull. Kein Bürokraten-Baseball. Keine verwaltete Mittelmäßigkeit. Krieger, die kämpfen, weil sie es lieben, weil es nichts anderes gibt, weil der Sport es verlangt und sie es wollen. Nur wenige Menschen in Deutschland verkörpern das so. Georg Bull ist einer – vielleicht der einzige seiner Art.


Georg Bull ist Gründer der Deutschen Baseball Akademie (DBA) und Headcoach der deutschen U15 und U18-Nationalmannschaft. Die DBA betreibt Trainingscamps in Deutschland und der Dominikanischen Republik. Georg Bull ist zu hören in Base on Balls, Folge 4, auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

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