Innings: Das ist das neue Baseball-Magazin
- Holger Schellkopf

- 3. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. März
Es gibt Sportmagazine, die Ergebnisse vermelden. Es gibt Kulturmagazine, die Phänomene deuten. Dazwischen klafft eine Lücke – dort, wo ein Spiel zur Erzählung wird, wo Statistik auf Seele trifft, wo sich im Ritual des Innings die großen Fragen unserer Zeit spiegeln. Genau diese Lücke schließt Innings.
Innings ist das erste Baseball-Magazin im deutschsprachigen Raum, das sich journalistisch mit der zum Spiel gehörenden Kultur beschäftigt. Es geht nicht um Spielberichte, nicht um Tabellenstände, nicht um Transferspekulationen. Wir erzählen, was Baseball wirklich bedeutet: Geschichten über Menschen und Phänomene. Über Migration und Zugehörigkeit, über Codes in der Streetwear-Kultur und die Architektur kollektiver Erinnerung, über das Scheitern als Kunstform und Geduld als radikalen Gegenentwurf zur Beschleunigung. Über ein Spiel ohne Uhr – das gerade deshalb so viel über unsere Zeit aussagt.
Innings is pitched by Culture.
Warum Innings, warum ein Magazin?
Innings ist Programm. Jedes Inning im Baseball bildet eine eigene dramaturgische Einheit: Spannung entsteht, Wendungen vollziehen sich, Charaktere offenbaren sich. Das Magazin macht sich diese Struktur zu eigen und überträgt sie auf das Leben außerhalb des Spielfelds.
Wie ein Inning beim Baseball erzählen wir Geschichten nicht an – wir erzählen sie aus. Jeder Text hat einen klaren Fokus, baut zur Klimax, findet seine Auflösung. Wer Innings liest, sammelt keine beliebigen Artikel. Man sammelt Innings.
Der Begriff funktioniert universell: im Deutschen verständlich, im Englischen selbstverständlich, im japanischen Kontext organisch. Von Beginn an denken wir transkontinental – mit festem Standort in Deutschland.

Wie wir schreiben
Innings schreibt ambitioniert wie Feuilleton, ist analytisch, präzise, sprachlich auf Höhe. Das Ganze aber ohne akademische Gesten, ohne kuratorische Distanz. Wir erklären nicht – wir erschließen. Gemeinsam.
Baseball löst Emotionen aus, und wir verschweigen sie nicht. Aber wir verfallen nicht in Nostalgie. Wir fragen kritisch nach, dekonstruieren Mythen, legen Widersprüche frei. Wenn eine Cap zum Symbol wird, wenn ein Trikot eine Stadt codiert, wenn ein Stadion zu gebauter Identität gerinnt – dann fragen wir: Warum eigentlich? Und was verrät das über uns?
Für wen wir schreiben
Nicht für alle. Aber für die, die es wirklich wissen wollen.
Für Baseball-Kenner, die über ERA und OPS hinausdenken. Für alle, die den Lifestyle zu schätzen wissen. Für Kulturinteressierte, die ungewohnte Perspektiven suchen. Für Leserinnen und Leser, die sich auf tiefe Recherchen einlassen, komplexe Narrative aushalten, unkonventionelle Blickwinkel schätzen. Für Menschen, die verstehen wollen, warum Baseball mehr ist als ein Regelwerk – und was dieses Spiel über Gesellschaft, Identität und Gegenwart erzählt.
Was uns leitet
Zeitlichkeit ohne Begrenzung. Ein Baseball-Spiel kennt keine Uhr – es endet, wenn neun Innings gespielt sind. Wir folgen nicht dem Saisonrhythmus, nicht der Aktualitätsspirale. Wir schaffen unseren eigenen Takt: geduldig, grundiert, nachhaltig.
Serielle Struktur. Baseball lebt von der Serie: 162 Spiele, neun Innings pro Spiel, unzählige At-Bats. Innings versteht sich als Serie kultureller Betrachtungen – kontinuierlich, aufeinander bezogen, doch jeder Beitrag eigenständig wertvoll.
Global, aber geerdet. Wir berichten aus den USA, aus Japan, aus der Karibik, aus Korea – aber immer mit Blick auf Relevanz und Resonanz im deutschsprachigen Raum. Was lässt sich übertragen? Was bleibt fremd? Was können wir lernen?
Das Format
Innings ist für die digitale Welt konzipiert – als Magazin, als Podcast, als Plattform für sportlich-kulturellen Austausch. Das ist keine Notlösung, sondern strategische Entscheidung. Der Name trägt die Entwicklung bereits in sich: als URL, als Podcast-Titel, als Print-Magazin. Denn wenn Journalismus groß gedacht ist, verdientkünftig auch großes Papier.

